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Verlust.

April 4, 2010

„Niemand, den man liebt, ist jemals tot.“

(Ernest Hemingway)

Am 05. April vor 2 Jahren ist Louis plötzlich gestorben. Diesen Schock, ihn tot zu finden, wo er Minuten vorher noch quietschfidel war, hab ich nie richtig überwunden. Es war das erste Mal in meinem Leben, an dem mir die Endlichkeit des Daseins knallhart bewusst wurde, mir klar wurde, dass ich jederzeit, ohne Vorwarnung, Mensch oder Tier durch den Tod verlieren kann.

An jenem Abend hatte ich ja als erstes meinen Vater angerufen, der für mich immer sowas wie mein persönlicher Held war (und auch noch ist). In meiner Verzweiflung und meinem Schock war ich felsenfest überzeugt, dass mein Vater alles wieder richten wird, dass er Louis wieder beleben würde.

Natürlich war das ein Hirngespinst, doch trotzdem wurde mir die Tage danach schmerzlich bewusst, dass mein Vater auch nur ein Mensch ist und leider nicht für alle Probleme eine Lösung parat hat, und schließlich auch immer älter wird. Irgendwann in der Zukunft wird es einen Tag geben, an dem ich gerne wieder meinen Vater anrufen würde, doch er dann nicht mehr da ist…

Der für mich plötzliche Tod meiner Oma Ende Januar hat mich hart getroffen. Ich hab wirklich gedacht, wir hätten noch mehr Zeit…

Doch irgendwie kann ich es noch gar nicht wirklich realisieren. Es fühlt sich für mich oft so an, als wäre sie noch da, als müsse ich nur zu meinem Elternhaus fahren und da würde sie oben am Fenster sitzen und mir winken…

Ich muss lernen, mit Verlust und meinen Verlustängsten umzugehen, damit ich nicht dran zerbreche. Doch momentan bin ich mir nicht sicher, ob ich das jemals schaffen werde …


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5 Kommentare leave one →
  1. taytom permalink
    April 5, 2010 17:00

    „Ich muss lernen, mit Verlust und meinen Verlustängsten umzugehen, damit ich nicht dran zerbreche. Doch momentan bin ich mir nicht sicher, ob ich das jemals schaffen werde …“
    Ich bin mir sicher, Du schaffst das. Ich bin mir sicher, wir alle schaffen das. Auch wenn ich mich in manchen Momenten selbst frage, wann es endlich so weit sein wird.

  2. April 6, 2010 6:00

    Ein wunderbares Bild von einer lieben Oma mit soviel Erfahrung, die ihr Gesicht zeichnet.

    Du wirst lernen damit umzugehen, so ist die Natur des Menschen. Es braucht seine Zeit, aber du schaffst das. Da bin ich mir ganz sicher.

  3. April 6, 2010 8:00

    es geht
    irgendwann
    mit der Zeit
    der Schmerz veraendert sich
    manchmal geht er auch weg
    manchmal nicht
    die Wut
    die Wut die anfangs einen fast ueberrollen will, verraucht irgendwann
    was zurueck bleibt ist so ein schales Gefuehl, das sich breit macht wie ein kleines ‚Sahnehaeubchen‘ obenauf, das man es auch ja nicht vergisst

    meine Trauer seit fast 37 Jahren zusammen gefasst
    und auf den Punkt gebracht.

    Ich drueck dich von hier bis droelzig mal zum Mond und wieder zurueck.
    Du bist nie allein.
    Und tief in deinem Herzen wird jeder einzelne wieder lebendig
    wenn du es willst

    hdl

  4. April 6, 2010 10:00

    Ich kann dich so gut verstehen. Ich habe meinen Papa vor 15 Jahren bei einem Lkw-Unfall verloren und bin nie wirklich darüber hinweg gekommen.
    *drück dich ganz lieb*

  5. April 8, 2010 7:00

    das einzige, woran du dich halten kannst, ist dass trauer eine psychologische sache ist. es gibt 5 phasen der trauer und die musst du irgendwie und irgendwann durchleben. und heilt die zeit auch nicht alle wunden, so rückt sie sie doch beträchtlich aus dem mittelpunkt. auch wenn es floskeln sind – das stimmt wirklich. man lernt damit umzugehen. wenn du dir jetzt schon bilder anschauen kannst dann ist das schon ein großer schritt.

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