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Schmerz.

April 13, 2010

Der Vater meiner Kollegin ist eine Woche vor Ostern gestorben. Er war schon 82 und sehr krank. Sie gibt sich stark, obwohl ich weiß, dass auch sie sehr deswegen leidet.

Trotzdem habe ich mich gestern etwas über sie geärgert, als sie in einem Gespräch mit einer anderen Kollegin gemeint hat, dass ihr Schmerz viel schlimmer sei als meiner, dass es auch viel schlimmer sei, ein Elternteil so krank und leidend im Krankenhaus zu sehen, als die Großeltern.

Ich hatte dazu nichts gesagt. Doch je mehr ich drüber nachdenke, desto mehr ärgert es mich. Ich fühle mich mit meinem Schmerz und Verlust nicht ernst genommen.

Wie kann sie drüber entscheiden, welcher Schmerz größer ist? Nur weil sie selbst ihren Großeltern nicht so nah war?

Einen schmerzhaften Verlust kann man doch nicht am Verwandtschaftsgrad ausmachen. Es ist doch davon abhängig, wie sehr man jemand geliebt hat. Oder täusche ich mich da?

Und es kommt doch auch nicht drauf an, wem es mehr weh tut.

Es tut einfach weh.

Und es hört nicht einfach so auf.

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7 Kommentare leave one →
  1. April 13, 2010 14:00

    du hast recht
    mit allem was du schreibst …

    vllt wollte besagte kollegin nur einfach etwas _mehr_ aufmerksamkeit?

    lg

  2. taytom permalink
    April 13, 2010 18:00

    Es ist eine bodenlose Frechheit und ich weiß nicht, wie ich reagiert hätte, wenn mir das passiert wäre..

  3. April 14, 2010 5:00

    Die Aussage deiner Kollegin ist mehr als unverschämt … schön, dass sie in dir so eine nette Kollegin hat, die daraufhin nichts gesagt hat. Ich wäre nicht so zurückhaltend geblieben.

    Gebe dir völlig recht, der tief empfundene Schmerz resultiert aus der Liebe, die man zum Verstorbenen empfunden hat und lässt sich kaum aus dem Verwandschaftsgrad ableiten.

  4. April 15, 2010 4:00

    Ich stimme Frau Fröhlich voll und ganz zu.
    Fühl dich mal ganz lieb gedrückt!

  5. April 21, 2010 21:00

    bei so etwas darfst du nicht zuhören. die meisten menschen verstehen das nicht, weil sie schon zu den eltern keine so intensive bindung haben, und zu den großeltern schon 2x nicht. der verlust hat ja nichts mit dem grad der verwandtschaft sondern mit dem grad der zuneigung zu tun. manchmal sagen mencshen in ihrem schmerz einfach fürchterlich eigenartige dinge.

  6. April 22, 2010 5:00

    Danke für eure lieben Worte.
    MAnchmal hab ich halt das Gefühl, dass es in der heutigen welt als nicht „normal“ gilt wenn man länger als 2 Wochen trauert… 😦

  7. April 22, 2010 7:00

    ja, mit dieser beobachtung magst du wohl recht haben. es fragt sich nur, was das über die emotionalität unserer gesellschaft aussagt…

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